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„Zünde an das Feuer, das nie mehr erlischt“

3000 Besucherinnen und Besucher an der 9. „Nacht der Lichter“ im St.Galler Dom und der reformierten Stadtkirche St.Laurenzen.

3000 „Lichtträger“ machen sich auf den Weg
Mit 9. „Nacht der Lichter“ den Advent eröffnet
St.Gallen. 3000 Jugendliche und Erwachsene starteten am vergangenen Samstag bei der „Nacht der Lichter“ im St.Galler Dom und der reformierten Stadtkirche St.Laurenzen in den Advent. Die einstündige Feier war geprägt von Taizé-Liedern, Gebet, einer fünfminütigen Stille und Kerzenlicht.
„Der Anfang war schon mal sehr eindrücklich“, sagte die 18-jährige Aline aus Uznach, während sie darauf wartete, dass sich die Türen zur Kathedrale endlich öffneten. Sie war mit einer Gruppe von Firmlingen mit dem Zug bis nach St.Gallen-Haggen angereist. Von dort hatten sie sich mit einem Fackelmarsch zu Fuss auf den Weg zur Kathedrale gemacht. Dies sei die ideale Einstimmung auf die besondere Adventsnacht gewesen. „Ich bin schon einmal in Taizé gewesen und hoffe, dass es hier auch so stimmungsvoll wird.“ Mit ihr waren fünfhundert weitere Jugendliche von verschiedenen Startpunkten in der Stadt St.Gallen mit Fackeln zur Kathedrale gepilgert. Bei der Feier genossen diese Teilnehmer „VIP-Status“ –sie hatten bereits vor den anderen Besuchern Zutritt zur Kathedrale.
Lichtträger sein
Die Kathedrale und die reformierte Stadtkirche St.Laurenzen waren bereits lange vor Beginn bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter den Mitfeiernden sehr viele Jugendliche. „In der kommenden Adventszeit kann jeder von uns ein Lichtträger sein“, sagte Bischof Markus Büchel in seiner Ansprache zu Beginn der „Nacht der Lichter“. Danach standen die meditativen Taizé-Lieder im Vordergrund: „Meine Hoffnung und meine Freude“, „Schweige und höre“, „Bleibet hier und wachet mit mir“. Selbst die Smartphones blieben für einmal in der Tasche. Erst am Schluss wurde geknipst: Das Lichterkreuz wurde aus der Kirche St.Laurenzen in die Kathedrale getragen. Nach der Feier begegneten sich die Besucher auf dem Klosterplatz und im Kreuzgang der Kathedrale bei Tee, Punsch und Snacks oder besuchten eine Multimedia-Ausstellung zum Wallfahrtsort Taizé. Bischof Markus Büchel, Kirchenratspräsident Martin Schmidt und Bruder Francis, der aus Taizé angereist war, luden zum Gespräch in der bischöflichen Wohnung. Einige Jugendliche nutzten die Gelegenheit, um sich mit dem Bischof fotografieren zu lassen.
„Eindrückliches Erlebnis“
„Ich habe zum ersten Mal teilgenommen“, so die 17-jährige Valeria aus St.Gallen nach der Feier und nippte an einem Teebecher. Sie wirkte wie hundert andere Jugendliche und Erwachsene vor und nach der Feier als ehrenamtliche Helferin mit. „Ich fand es schön, dass einmal so viele junge Menschen in der Kirche sind.“ Ihre Kollegin Huynh, 18, nickte zustimmend. „Es war sehr eindrücklich, als während der Feier die Kerzen angezündet wurden und in der dunklen Kathedrale plötzlich tausende Lichter erstrahlten.“
Auch Linus Brändle vom Organisationskomitee des ökumenischen Anlasses zog ein positives Fazit: „Der Fackellauf war eine erfolgreiche Premiere und für viele Teilnehmer ein besinnlicher Einstieg in die Feier.“ Auch dass die Chöre neu an verschiedenen Orten in der Kathedrale platziert waren, hätte sich positiv auf die Atmosphäre ausgewirkt. „So waren die Besucher in die Musik eingebettet.“ Diese Musik wirkte lange nach. Viele Besucher löschten die Kerze in ihrem Glaslicht nicht gleich aus, sondern trugen es durch die neblige Samstagnacht nach Hause.

Stephan Sigg

kid/Ack